Wahnspiel

Heute geht es um ein brutales Verbrechen und Täter, die sich mit der Tat auf Video im Internet brüsten…. und Jahre spärter selbst zu Opfern werden… Selbstjustiz oder was steckt dahinter?

Wahnspiel

von

Kilian Eisfeld

416 Seiten

Wahnspiel
Bildquelle und Klappentext: Droemer Knaur Verlag

Klappentext:

Lynchjustiz oder grausamer Ritualmord? Der erste Fall für die Heidelberger Kommissare Alex Schwerdt und Sofija Marković

Als der Mörder Lukas Schneider vorzeitig aus dem Gefängnis kommt, verwandelt sich das beschauliche Heidelberg in einen Hexenkessel. Ein Online-Mob ruft zur Lynchjustiz auf. Schneider verschwindet. Seine abgetrennte Hand wird mitten in der Stadt gefunden.
Der bizarre Fall zwingt Sofija Marković, die kompetente, aber menschlich unterkühlte Chefin des Dezernats für Kapitaldelikte, den unkonventionellen Alex Schwerdt zu sich ins Team zu holen. Obwohl Markovic, die von ihren Mitarbeitern »die Kaltfront« genannt wird und der »Nerd« Alex verschiedener nicht sein könnten, können sie bald erste Erfolge vorweisen.

Doch je mehr sie über die Hintergründe der Tat herausfinden, desto rätselhafter wird der Fall – und sie ahnen, dass sie einem alten und grausigen Geheimnis auf der Spur sind …

Meine Meinung / Rezension:

Eine junge Frau wird brutal zu Tode geprügelt und der Täter stellt die Tat auf Video ins Internet. Nach langer Suche werden die Ermittler fündig und der Täter verurteilt. Fall abgeschlossen? Nicht ganz. Als der Täter, Schneider, vorzeitig aus der Haft entlassen wird, ist Alex, der Kommissar, der den Täter damals verhaften konnte, schockiert. Er hat Schneider als skrupellosen Mörder im Gedächtnis und sieht dessen Entlassung sehr skeptisch.

Da landet eine Vermißtenmeldung im Revier. Der entlassene Mörder ist verschwunden. Bald darauf wird seine abgetrennte Hand gefunden. Wo ist Schneider? Ist er noch am Leben? Unwahrscheinlich. Warum hat niemand etwas gesehen? Was ist das Motiv? Hat es mit der rassistischen Bruderschaft zu tun, in der Schneider damals war oder war es Selbstjustiz?

Das Ermittlerteam, dem auch Alex angehört, sucht in unterschiedlichen Richtungen nach Hinweisen, wird dabei von den Medien und einem Mob aus Trollen im Internet angepöbelt und angefeindet, sucht wochenlang mit viel Manpower nach hinweisen und manche Kollegen sind sich bald selbst nicht sicher, ob sich dieser Aufwand für einen ehemaligen Mörder lohnt! Dann wird eine weitere Hand gefunden!

Die Geschichte geht hauptsächlich um die Ermittlungsarbeit. Als Leser bleibt man auf der Seite der Polizei, geht den vielen Hinweisen nach, erlebt die frustrierende Suche nach dem entscheidenden Teil des Puzzles. Dadurch ist die Story auch nicht blutrünstig oder sehr aufregend. Die Arbeit der Polizei ist eher stressig, nervenaufreibend und voller Rückschläge.

Nichts desto Trotz ist dieser Roman spannend und die Theorien zum Tathergang zahlreich. Alex, mit seiner sehr unkonventionellen Herangehensweise und seinen weit hergeholten Theorien eckt im Team und in der Chefetage oft an und ist daher eher der Einzelgänger. Und doch lässt er sich nicht komplett von seiner Idee abbringen und ermittelt zweigleisig.

Eine etwas andere Story und sehr individuelle Protagonisten machen das Buch interessant. Manchmal fand ich die detaillierten Schilderungen der Ermittlungsarbeit etwas langatmig, die abschweifenden Erklärungen ablenkend. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor ein wenig zu viele gesellschaftliche Themen auf Einmal einbauen wollte. Es gibt Queere Menschen, es gibt Menschen mit Behinderung, es gibt Querdenker, Rechtsradikale, Internet-Trolle, selbstsüchtige Vorgesetzte, … für meinen Geschmack einfach zu viele Pulverfässer, die von der eigentlichen Idee ablenkten und fast schon gewaltsam in die Story gezwungen wurden. Es ist schön, wenn diese Themen selbstverständlich in Geschichten einfließen, aber hier hatte ich irgendwie das Gefühl, dass der Autor zu viel von all dem wollte und es dann nicht mehr flüssig in die Story passte.

Trotzdem eine spannende Geschichte, voller gesellschaftlicher Brisanz und einem eher enttäuschenden Täter.

4 Sterne


Datenschutz: Sämtliche Inhalte, Texte, Fotos und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne vorherige schriftliche Genehmigung von www.buchfeeling.de weder ganz noch auszugsweise kopiert, verändert, vervielfältigt oder veröffentlicht werden.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert