Joli Rouge

Heute habe ich mal etwas ganz besonderes für Euch. Ein Buch über Piraten! Aber nicht irgendwelche Piraten, nein… es geht um eine PiratIN!! Ja, richtig, eine Frau unter den Piraten. Und das spannende an der Story: es gab diese Frau wirklich! Das, und die Tatsache, dass ich noch nie ein Piratenbuch gelesen habe, machten mich neugierig. Seht selbst, ob mich das Buch überzeugen konnte:

Joli Rouge

Eine Piratin kämpft um Liebe und Freiheit

von

Alexandra Fischer

(ca. 355 Seiten)

Bildquelle: Alexandra Fischer

Klappentext:

La Española, 1656: Das Gesicht der Westindischen Inseln beginnt sich zu verändern. Einst von Spanien dominiert, beginnen sich die Mächte mit den eintreffenden Seefahrernationen England, Frankreich und Holland zu verschieben. Es ist die Welt der Bukaniere, in der die junge Jacquotte Delahaye aufwächst. Eine Welt der Männer, wie sie sehr bald feststellt, beherrscht von der Bruderschaft der Küste, die nach ihren eigenen Regeln lebt und in der Frauen nicht erwünscht sind. Mit dem ihr eigenen Stolz stellt sie sich den Herausforderungen dieser unsteten Zeit, in der man nur selbstbestimmt leben kann, wenn man ein Mann ist. Wird es ihr gelingen, der Bruderschaft beizutreten und ihren eigenen Weg zu gehen?

 Meine Meinung:

Ich war ja wirklich skeptisch, wie mir ein Piratenbuch gefallen könnte… und ich muß zugeben, ich lag vollkommen falsch mit meinen Vorbehalten. Das Buch hat mich irgendwie in seinen Bann gezogen und die Geschichte um Jacquotte Delahaye mich total fasziniert.

Die Story beginnt noch vor der Geburt von Jacquotte und so stürzt der Leser von Anfang an in die brutale Welt der Seefahrer. Hier herrscht ein raues Klima und plündern, rauben und morden gehört zum täglichen Bild. Doch Jacquotte´s Vater kann dem nichts abgewinnen und setzt sich schnell zur Ruhe. So kommt es, dass das Mädchen sehr behütet auf einer ruhigen Insel aufwächst und gemeinsam mit ihrem besten Freund, Pierre, die Wälder unsicher macht. Da das Mädchen immer mit Pierre zusammen ist, lernt sie von ihm das Jagen und Kämpfen und hat bald nur noch einen Wunsch: Sie möchte der Bruderschaft beitreten und um die Welt segeln!

Dieser Wunsch ist in der damaligen Zeit natürlich lächerlich und so stößt sie allgemein nicht nur auf Unverständnis oder Spott, sondern auch auf echte, böswillige Ablehnung. Doch dies stachelt den Willen des Mädchens nur noch mehr auf. Sie will zur See fahren und sich niemals einem Mann unterordnen!

Und so folgt man Seite um Seite einer wirklich außergewöhnlichen Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Denn als MANN verkleidet sucht sie ihr Glück unter den Piraten. So wird sie zu einem Mitglied der Bruderschaft, erschlichen durch eine gewaltige Lüge. Dass sie sich dabei in große Gefahr begibt, nimmt sie für ihre Freiheit in Kauf.

Doch schon bald muß Jacquotte feststellen, dass ihre Feinde mächtiger sind, als sie dachte. Niemand will gern an der Nase herumgeführt werden, schon gar nicht von einer Frau! Immer wieder muß sie darum ihr gewohntes, liebgewonnenes Umfeld aufgeben um unerkannt zu bleiben. Und immer wieder läuft sie ihrem einstigen Freund Pierre über den Weg. Er ist für sie die größte Gefahr, enttarnt und getötet zu werden.

Ich war wirklich total fasziniert von der Art, wie Jacquotte mit ihrem Schicksal umgeht und mit welchen Tricks sie versucht, in der Männerwelt ihren Platz zu finden. Die Geschichte hält sich weniger mit ausschweifenden Kampfszenen auf, obwohl auch diese nicht fehlen. Als Leser erfährt man aber auch viel über die Hintergründe der feindlichen Übergriffe, über die Politik der damaligen Zeit und die Machtverhältnisse der Nationen. Auch das entbehrungsreiche Leben an Bord eines Schiffes im 16. Jahrhundert werden geschildert und versucht, die rüchsichtslosen Taten der Eroberer verständlicher zu machen.

Gut fand ich auch, dass nicht ständig auf Probleme herumgeritten wird, die eine Frau unter Männern haben könnte. Diese Probleme werden zwar am Rande erwähnt, aber sie dominieren nicht die Handlung.

Es geht allen voran immer nur um eine sehr mutige, willensstarke und extrem stolze Frau, die sich nicht unterordnen will und ihre ihr zugedachte Rolle nicht akzeptieren will. Und aus diesem Grund nimmt sie Entbehrungen auf sich, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann. Sie erlebt Dinge, die grausamer kaum sein könnten und zieht selbst mordend und plündernd durch spanisches Gebiet.

Dieses Buch hat mich wirklich total fasziniert! Hier wird kein romantischer Piratenepos erzählt, sondern wirklich knallharte Realität. Genauso könnte ich mir das Leben damals vorstellen, genauso könnte es gewesen sein.

Jacquotte Delahaye, eine Frau, die ihr Ziel nie aus den Augen verloren hat und bereit war, jederzeit dafür zu sterben.

Von mir bekommt dieses außergewöhnliche Buch

5 starke, historische Sterne!!

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