Das Institut

Ich liebe die Bücher von Stephen King schon sehr lange. Das letzten von mir gelesene Buch „Der Outsider“ konnte mich allerdings nicht begeistern. Das neueste Werk des Autors klang allerdings ganz so, als könnte es meine Enttäuschung vom letzten Buch wieder wett machen. Ich war gespannt…

Das Institut

von

Stephen King

768 Seiten

Das Institut
Bildquelle und Klappentext:
Verlagsgruppe Random House

Klappentext:

In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Eindringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Sie befinden sich im Vorderbau des Instituts. Luke erfährt, dass andere vor ihnen nach einer Testreihe im »Hinterbau« verschwanden. Und nie zurückkehrten. Je mehr von Lukes neuen Freunden ausquartiert werden, desto verzweifelter wird sein Gedanke an Flucht, damit er Hilfe holen kann. Noch nie zuvor ist jemand aus dem streng abgeschirmten Institut entkommen.

Meine Meinung:

Gewohnt gleichmütig und fast schon nebensächlich beginnt das Buch mit der „Vorstellung“ der unterschiedlichen Protagonisten und Orte. Dabei schafft es King wieder mal, jede nebensächliche Begebenheit so lakonisch zu erzählen, dass die Spannung beim King-Fan immer mehr steigt. Denn wir wissen ja, jede Kleinigkeit kann am Ende wichtig sein… oder nicht?

Als die Story ins „Institut“ umschwenkt, kriecht ein unangenehmes Grauen aus den Seiten. Nicht, weil es so gruselig ist, sondern weil es so bizarr und brutal den Kindern gegenüber ist. Hier wird systematisch der Willen gebrochen und das Vertrauen in Erwachsene zerstört! DAS fand ich schon beängstigend!

Der „Held“ der Geschichte, Luke, ist ein extrem kluges Kind, aber seine paranormalen Fähigkeiten sind eher gering ausgebildet. Ganz anders als bei manch anderen Kindern im Institut. Und doch ist es Luke, der fieberhaft an einem Plan arbeitet, aus dem Institut zu fliehen. Es scheint aussichtslos und auch der mentale Terror zermürbt die Kinder. Doch als etwas Schreckliches geschieht wacht Luke aus seiner Lethargie auf und setzt alles daran, das Institut auffliegen zu lassen!

Das Buch entwickelt sich ein wenig anders, als ich erwartet hatte, geht es doch weniger um paranormale „Aktivitäten“ als vielmehr um die Willkür der Angestellten des Instituts, Kinder zu brechen und zu willenlosen Werkzeugen zu machen. Und ganz nebenbei kann man ja noch das eine oder andere Experiment durchführen. Denn einige der Kinder sind leicht ersetzbar! Grausam!

Mit Luke hat Stephen King einen Protagonisten erschaffen, der den Leser von der ersten Seite an fesselt. Luke ist hoch intelligent und wirkt dadurch sehr reif und erwachsen. Doch in vielen Momenten und kleinen Begebenheiten merkt man dann wieder, dass er auch nur einfach ein 12-jähriger Junge ist.

Das Buch ist wie ein Sog, es hat mich nicht mehr los gelassen, ich raste mit Luke durch die Geschichte und hatte immer Angst um ihn und seine Kinderseele.

Bis zum Ende bleibt die Spannung durch die Dramatik der seelischen Grausamkeit auf einem für mich hohen Level. Auch wenn im Prinzip wenig passiert, hat mich die Story bis zur letzten Seite stark berührt.

Am Ende dann gibt es aber den kingtypischen, spektakulären Showdown, der das Kopfkino auf Hochtouren laufen lässt!

Ein geniales Meisterwerk an Psychoterror! Hat mir mega gut gefallen!

5 Sterne.


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