Sophie L.

Mit Anna O. hat mich der Autor begeistert! Nun folgt sein neuestes Werk:

Sophie L.

von

Matthew Blake

384 Seiten

Sophie L

Klappentext:

Was, wenn eine Erinnerung dich das Leben kosten kann?

Olivia Finn, Gedächtnisexpertin an einem Londoner Krankenhaus, erhält einen merkwürdigen Anruf aus Paris: Ihre Großmutter Josephine ist im berühmten Hotel Lutetia aufgetaucht und behauptet, sie heiße eigentlich Sophie und habe hier vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Olivia reist sofort nach Paris, um sich um die scheinbar verwirrte Josephine zu kümmern. Doch diese besteht darauf, dass sie eine verlorene Erinnerung wiedererlangt hat und die Wahrheit sagt. Als Josephine wenig später ermordet wird, ist klar: Jemand möchte verhindern, dass die Vergangenheit ans Licht kommt. Olivia muss sich fragen: War ihre Großmutter wirklich eine Mörderin? Und was hat das Ganze mit Olivias eigenen traumatischen Erinnerungen zu tun?

Rezension / Meine Meinung:

Olivia ist gerade dabei, ihren Sohn zur Schule zu fahren, da erhält sie einen Anruf, der ihr Leben verändern sollte: ihre Großmutter in Paris hat soeben einen Mord gestanden. Sie muss schnellstens nach Frankreich kommen!

Olivia bricht sofort auf, denn sie weiß, ihre über 90 Jahre alte Gran Josephine ist dement und benötigt ihre Hilfe. In Paris wird sie von den Ereignissen fast überrollt. Die Polizei ist abweisend und behandelt die Sache mit höchster Priorität. Ihre Gran wechselt von nicht erkennen zu klaren Momenten, in denen sie von der Vergangenheit erzählt. Doch die ganz Wahrheit bekommt Olivia nicht aus ihr heraus, denn kurz nach dem Geständnis wird ihre Gran ermordet!

Die Geschichte wechselt zwischen der Gegenwart und dem Jahr 1945, als Josephine aus dem KZ nach Paris zurückkehrt. Hier wird sie ins Hotel Lutetia gebracht, wo sie ein paar Tage bleiben soll. Nach Untersuchungen und Befragungen dürfen die ehemaligen Gefangenen dann endlich ein „neues Leben“ beginnen. Doch im Hotel trifft Josephine auf eine alte Freundin… was geschah dann?

Es gibt viele Protagonisten, viele Geheimnisse, die nur angedeutet werden und die Geschichte ein wenig unaufgeräumt machen. Manche Geheimnisse hätten vielleicht eher gelüftet werden können, um einen besseren Lesefluss und Verständnis zu ermöglichen. So tappt man lange im Dunkeln und die Zusammenhänge sind nicht erkennbar.

Die Berichte aus der Vergangenheit sind extrem spannend, aber spärlich. Dafür wird in der Gegenwart viel spekuliert, wenig erklärt und einiges angedeutet.

Die Protagonisten, allen voran Olivia, bleiben leider etwas farblos. Als Gedächtnisexpertin ist Olivia sehr introvertiert, unsicher und scheut sich, selbst Zusammenhänge herauszufinden. Sie lässt sich von der Polizei in die Ecke drängen und von Freunden der Gran mit Andeutungen abspeisen. Ich war ein wenig frustriert. Auch Olivias eigenes Leben und der Sohn werden wenig beleuchtet. Dafür der Ex-Ehemann, der eine neue, junge Frau hat und ein geliebter, der Olivia ghostet.

Mir waren es zu viele Namen, zu viele Protagonisten und zu viele kleine Geheimnisse, die alle irgendwie kein rechtes Gesamtbild ergeben wollten. Die Geschichte zog sich in die Länge und wirkte weniger wie ein Thriller, eher wie ein Geschichtsdrama.

Am Ende wird es sehr emotional, die Aufklärung des „Falles“ mäßig überraschend. Das gesamte Thema geht ein wenig im Nebel der Nebensächlichkeit unter, leider.

Von mir gibt es gut gemeinte 3 ½ Sterne.


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