Spaziergang mit Puma

Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst reist durch Bolivien und wird zur Umweltaktivistin.

Spaziergang mit Puma

von

Laura Coleman

351 Seiten

Spaziergang mit Puma
Bildquelle und Klappentext: Bastei Lübbe Verlag

Klappentext:

Mit Anfang zwanzig ist Laura Coleman vor allem eins: orientierungslos. Frustriert kündigt sie ihren Job in London und reist mit dem Rucksack durch Bolivien. Dort führt ein Zufall sie in eine Tierauffangstation mitten im Dschungel. Das Camp ist schmutzig, die Tiere sind verblüffend exzentrisch und überall schwirren Mücken – doch trotz aller Beschwerden gibt Laura nicht auf und bleibt. Als ihr aufgetragen wird, täglich mit dem traumatisierten Pumaweibchen Wayra spazieren zu gehen, ist sie entschlossen, sich der Herausforderung zu stellen. Langsam bildet sich ein feines Band, das die beiden für immer verändert …

Meine Meinung:

Ohne viele einleitende Worte wird man hier direkt in den heißen, feuchten und summenden Dschungel katapultiert. Laura steht im Bolivien mitten in einem heruntergekommen Camp und wird vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie ist geschockt, frustriert, am Ende.. und doch neugierig..

Mit einer extrem ehrlichen Art erzählt die Autorin von ihrem Aufenthalt in einem sehr, sehr einfachen Camp in Bolivien, mitten im Nirgendwo zwischen Schlamm, Ungeziefer, Plumsklo und Parasiten. Es kommt wegen Mangelernährung zu Krankheiten, wegen der Feuchtigkeit und schlechter Hygiene zu Hautentzündungen und wegen der fehlenden Sonne unter dem ewigen Blätterdach zu körperlichen Defiziten.

Doch neben all den Strapazen und Einschränkungen kommt es eben auch zu einmaligen Begegnungen. Denn die Tiere in der Auffangstation sind durch Haltung in Privatzoos oder in Wohnungen traumatisiert, verletzt und für ihr Leben gezeichnet. Sie benötigen ganz besondere Aufmerksamkeit. Das ist für die unerfahrenen Aushilfen zwar extrem schwer und seelisch belastend, aber auch tief emotional und bewegend.

Ich hatte beim Lesen so oft Tränen in den Augen!

Das Buch romantisiert nichts! Es geht um Misshandlung von Tieren, es geht um die Abholzung des Regenwaldes, um Korruption in der Regierung und um die unheimlich riesige Herausforderung einer Tierschutzorganisation, allein mit Spenden und Freiwilligen dieses Camp am Ende der Welt am Laufen zu halten!

Es geht außerdem um die unglaubliche seelische Anstrengung der Beteiligten, um posttraumatische Belastungsstörungen bei den Helfern durch den permanenten Stress, die immer währenden Sorgen über Waldbrände, Überschwemmungen, Tiergesundheit und selbstständigem Gehegebau.

Ein unendlicher Kampf gegen Windmühlen, den die meisten Beteiligten nie lange am Stück durchhalten.

Ein unheimlich ehrliches, trauriges, emotionales Buch mit vielen Höhen und Tiefen, mit wunderschönen Momenten voller Glück und Vertrauen, mit extrem schlimmen Momenten voller Hass, Verzweiflung und Trauer.

Unglaublich toll!!

5 Sterne

5 Sterne

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