Schwesterntod

Erst vor einiger Zeit habe ich euch das Buch „Der Teufel vom Brocken“ von der Autorin Eva-Maria Silber vorgestellt. Nun hat sie sich mit einer Autoren-Kollegin zusammengetan und ein neues Werk ist entstanden. Es geht um ein wahres Verbrechen, um Schuld oder Unschuld der Verurteilten und die verborgene Wahrheit…

Schwesterntod

von

Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek

Schwesterntod

Klappentext:

Ein wahres Verbrechen, dessen Aufklärung die Öffentlichkeit über Jahrzehnte fesselte
Der neue True Crime Thriller von Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek

Eine Nacht, die das Leben einer Familie in einen Trümmerhaufen verwandelt: Zwei Schwestern werden an einem Sommertag als vermisst gemeldet und drei Tage später ermordet aufgefunden. Die Mutter wird wegen Doppelmordes verurteilt. Ein Justizirrtum?
Dann der Paukenschlag: 23 Jahre nach dem Mord gesteht der Vater gegenüber Zeugen die Tat. Zwei pensionierte Richterinnen rollen als Judges find Justice nach amerikanischem Vorbild den zwanzig Jahre alten Mordfall wieder auf. Er oder sie, welches Elternteil hat die unfassbare Tat begangen? Oder war alles doch ganz anders?

Eva-Maria Silber und Kirsten Wilczek, beide mit dem Justizwesen bestens vertraut, verarbeiten einen Fall, der die Öffentlichkeit über Jahrzehnte fesselte, zu einem schockierend authentischen Thriller.

Meine Meinung:

Eine dramatische Geschichte: 2 kleine Mädchen werden getötet. Unter Verdacht: Vater oder Mutter. Alle verstricken sich in Widersprüche, es gibt Lügenaussagen und Halbwahrheiten, Vorurteile und Spekulationen. Am Ende wird die Mutter der Kinder der Tat beschuldigt und verurteilt.

Marie-Louise, die damals kurz als junge Staatsanwältin an dem Fall beteiligt war, glaubte von Anfang an nicht an die Schuld der Frau. Doch die ermittelnden Beamten hatten sich eingeschossen und sägten die Staatsanwältin kurzerhand ab. So war Marie-Louise nur noch Zuschauerin und mußte sich geschlagen geben. Doch so richtig ließ sie ihr erster Fall nie los.

Als nun, nach 23 Jahren neue Zeugen auftreten, die den Vater der Kinder belasten, ist Marie-Louise Feuer und Flamme, den Fall neu aufzurollen. Sie will dazu ihre Schwester, die ehemalige Richterin, Marte, mit ins Boot holen. Doch so einfach wie es scheint, ist die ganze Sache nicht. Erst will ihre Schwester davon nichts hören, dann will die Verurteilte keine neue Aufnahme des Falles… und so reihen sich Rückschläge an Rückschläge, es kommen neue Details zu falschen Zeugenaussagen ans Licht und der Fall wird immer undurchsichtiger. Was ist damals wirklich geschehen?

Die Story ist total spannend. Als Leser ist man hin und her gerissen, wer denn nun der Täter sein könnte und wer hier wen deckt.

Es gibt im Buch viele Dialoge zwischen den Schwestern, in denen der Fall erklärt wird und die Fakten hin und her diskutiert werden. Dies ist sehr spannend und zwingt auch den Leser, den Fall von unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen.

Allerdings ist die Ausdrucksweise ein wenig gestelzt, fast wie ein poetisches Theaterstück. Manchmal bin ich hin und her gestolpert über die gehobenen Sätze. Man gewöhnt sich aber irgendwann dran. Auch muss ich gestehen, dass es irgendwie zu zwei pensionierten Richterinnen passt. Ein wenig wie bei Miss Marple. 😉 Die Personen bestimmen die Schreibweise. Und in diesem Kontext wird es dann, wie bei der berühmten Miss Marple auch, ganz witzig, dem extravaganten Geplänkel der Schwestern zu folgen.

Der Fall selbst hat mich wirklich berührt und die nach und nach aufgedeckten Hintergründe der Tat waren erschreckend. Wie sich Menschen in einem Gespinst aus Lügen verstricken können und am Ende niemand mehr genau weiß, was wirklich passiert ist. Verdrängung ist des Menschen größte Stärke… oder Schwäche?

Die Story ist spannend und der extravagante Schreibstil anders aber darum auch wieder einzigartig.

Ein dramatisches Verbrechen, ein trauriger Fall von Vorverurteilung und ein unglaubwürdiges Lügengespinst, das durch mediale Hysterie nie aufflog.

5 Sterne

5 Sterne

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