Im nächsten Leben wird alles besser

Das folgende Buch wollte ich erst gar nicht lesen, zu abstrus schien mir die Story… wie gut, dass ich das Experiment doch gewagt habe… 😉

Im nächsten Leben wird alles besser

von

Hans Rath

288 Seiten

im nächsten Leben wird alles besser
Bildquelle und Klappentext: Ullstein Buchverlage

Klappentext:

Im beschaulichen Leben von Arnold Kahl bricht urplötzlich eine neue Zeitrechnung an: Über Nacht wird der 53-jährige ins Jahr 2045 katapultiert. Ist das ein Alptraum? Oder eine physikalische Anomalie? Arnold weiß nur: Ab sofort ist er ein alter Sack, der die Welt nicht mehr versteht: Künstliche Intelligenz steuert sämtliche Lebensbereiche, humanoide Serviceroboter erledigen die Arbeit. Wer sich die reale Welt nicht mehr leisten kann, der zieht nach Times Beach, einem virtuellen Freizeitpark. Arnolds persönlicher Assistent heißt Gustav. Der charmante Uralt-Roboter hilft bei der Rekonstruktion von Arnolds Leben, das sich als ein Desaster entpuppt. Arnold hat es gründlich verbockt. Seine Ehe und Familie sind Geschichte, sein Leben ein Jammertal. Er wünschte, er könnte die letzten 25 Jahre zurückdrehen – aber wie?

Meine Meinung:

Eine anfangs doch recht irrwitzige Idee: Arnold erwacht in einem fremden Bett, in einem fremden Haus mit einem Fremden Assistenten an seiner Seite. Und als er sich im Spiegel erblickt, sieht er einen alten Mann… denn Arnold hat über Nacht 25 Jahre seines Lebens übersprungen!

Was soll man von so einer Buchidee halten… ich war skeptisch.. doch Arnolds pragmatische Art und der trockene Humor des Autors haben mich schnell davon überzeugt, dass die Idee so irrwitzig wie genial ist!

Wer träumt nicht davon, heute schon zu wissen, wie weit die Technik wohl in 25 Jahren sein wird? Ich selbst oute mich ja immer wieder als absoluter Fan von neuen, technischen Spielereien und intelligenten Assistenten. Wo stehen wir hier in ferner Zukunft? Arnold erlebt es am eigenen Leib, im wahrsten Sinne des Wortes, haha.

Die Digitalisierung hat einen Punkt erreicht, an dem es kaum noch Grenzen gibt. Der Autor spielt bewußt mit den unterschiedlichsten Träumen der Menschheit und “erfindet” eine sehr glaubhafte Zukunft.

Genial finde ich, dass er sich dabei nicht auf eine Seite stellt, sonder sich Positives sowie Negatives der Zukunftsvision die Waage halten. Denn die moderne, vernetzte, intelligente Welt ist Fluch und Segen zugleich. So wie es heute begeisterte User und militante Hasser der smarten Helfer gibt, so gibt es auch in der Welt von 2045 Freunde und Skeptiker.

Der Autor schafft es mit sanfter Satire die Augen für die Digitalisierung zu öffnen und gleichzeitig eine gewisse Skepsis gegenüber einem zu sorglosen Umgang damit zu schaffen.

Ich fand es wirklich großartig, mit welcher Leichtigkeit das Buch durch eine fast schon philosophische Handlung führt. Arthur hinterfragt, ist aber nicht gänzlich gegen jegliche Methoden der neuen Welt. Er lernt viele neue Errungenschaften kennen, die nachweislich das Leben der Menschheit verbessern, erleichtern und optimieren. Aber er merkt auch schnell, dass die Probleme vieler Menschen dadurch nicht weniger werden, sondern sich nur verlagern.

Wo wird uns die Zukunft hinführen? Werden wir mit optimalen Behandlungs- und Prophylaxe-Methoden alle über 100 Jahre alt und dabei noch gesund und fit? Und… geht es uns dann besser?

Ein gelungenes Buch über Digitalisierung, smarte Überwachung und deren Vor- und Nachteile. Und dabei noch witzig erzählt!

5 Sterne


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