Einer von Hundert

Ein besonderer Erzählstil und der pragmatische Charakter des Detectives machen die folgende Geschichte zu einem Lesevergnügen und Lust auf mehr! Der Roman ist bereits 2004 erschienen und wurde jetzt neu aufgelegt.

Einer von Hundert

Carson Ryder Band 1

von

Jack Kerley

458 Seiten

Einer von Hundert
Bildquelle und Klappentext: Edel Elements

Klappentext:

Man muss ein Dieb sein, um einen Dieb zu überführen. Und wie fasst man einen Serienmörder? Detective Carson Ryder hat auch hierfür gute Voraussetzungen: Sein Bruder sitzt als Frauenkiller hinter Gittern und versorgt ihn immer wieder mit wertvollem Insiderwissen.  Doch diesmal scheint der Mörder schneller zu sein…

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einer Leiche ohne Kopf. Da Carson und sein Partner Harry in einer Spezialeinheit für psychopatische Morde arbeiten, nehmen sie sich des Falles an. Doch interne Machtspielchen bei der Polizei behindern ihre Arbeit. Aber nicht nur dort werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Der Mörder ist den beiden scheinbar immer einen Schritt voraus.

Auch privat hat Carson mit einigen Hindernissen zu kämpfen. Da wäre zum Einen der psychopatische Bruder, der ihn ständig nervt… zum Anderen die neue Pathologin, die ihn irgendwie fasziniert.

Der Mörder selbst ist eher eine stille Randfigur, was nicht negativ ist… er agiert ruhig, überlegt und nicht so brutal, wie es die Taten vermuten lassen. Durch kurze Einblicke in sein Leben, ohne dass man erfährt, wer er ist, bleibt die Suche nach ihm sehr spannend.

Doch vorrangig geht es um Carson selbst. Er ist ein wirklich spannender Charakter, ein wenig impulsiv, dabei aber geradlinig und effizient. Manchmal ist er ein wenig begriffsstutzig, was die politischen Zusammenhänge angeht und manchmal so in seiner Welt versunken, dass er ein wenig träumerisch wirkt.

Dass er mit seinen Methoden allerdings immer wieder seinen Vorgesetzten auf die Füße tritt, merkt er selbst meist viel zu spät. Politik ist nicht sein Ding und Diplomatie auch nicht.

Doch Carson hat auch einen sehr weichen Kern. Er hilft Menschen, die es nötig haben und lässt sich auf gefährliche Psycho-Spielchen mit seinem Bruder ein, um an wichtige Informationen zu kommen.

All diese vielen Eigenschaften und kleinen Macken machen Carson unheimlich sympathisch.

Die Story selbst steigert sich unaufhörlich zu einem finalen Höhepunkt, der so kaum vorhersehbar gewesen wäre. Am Ende rast der Leser förmlich mit den Akteuren durch die Handlung, atemlos und am Ende der Kräfte. Sehr gut gelungen!

Es gab ein paar Passagen, in denen mir der Autor ein wenig zu schnell weiter wollte und ein paar Erklärungen „unter den Tisch“ hat fallen lassen. Das sorgte dann bei mir für leichte Verwirrung, weil ich nicht genau wusste, wie jetzt diese oder jene Verletzung passiert war oder warum plötzlich ein Ereignis mit Tränen endete… hier hätte es für mich gern noch 1-2 Sätze zur Erklärung mehr sein dürfen.

Daher ziehe ich einen Stern ab.

Aber die Person Carson hat mich fasziniert und ich möchte unbedingt mehr von ihm lesen!

4 Sterne


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