Creep

Ein Szenario, dass zwar eher Dystopie ist, doch gar nicht so weit weg. Denn im folgenden Buch wird der Mensch rund um die Uhr beobachtet und jede seiner Reaktionen mit bestimmten Werbemaßnahmen beantwortet… erschreckend und nah zugleich…

Creep

von

Philipp Winkler

342 Seiten

Creep
Bildquelle und Klappentext; Aufbau Verlage

Klappentext:

Sie kennen uns, denn sie beobachten uns. Und wir lassen sie in unser Zuhause, teilen online unsere intimsten Gedanken und Bilder.  

In seinem zweiten Roman nach seinem gefeierten Debüt »Hool« erzählt Philipp Winkler die Geschichten von Fanni in Deutschland und Junya in Japan – beide suchen im Leben fremder Menschen, woran sie sonst verzweifeln: Kontrolle, Zugehörigkeit, Befreiung. Dabei überschreiten sie Grenzen, die für sie schon längst nicht  mehr gelten.

»Creep« ist ein so berührender wie unerbittlicher Roman darüber, wie uns die Hypermoderne deformiert und wozu wir bereit sind, um der Dunkelheit – in uns – zu entkommen.

Meine Meinung:

Das Buch ist durch seine digitale Überwachungsmaschinerie recht schwierig zu verstehen. Es geht technisch und anspruchsvoll zu. Doch da hätte ich mich ganz sicher hinein gefunden. Es gab einen anderen Grund für mich, dieses Buch schon nach wenigen Seiten abzubrechen.

Im Text wird massiv gegendert. Ist das schlimm? Natürlich nicht! Viele werden denken, endlich ist das Gendern auch mal in der Literatur angekommen. Sicher, ich habe auch wirklich nichts dagegen. Doch so wie es hier geschieht, hat es einfach total meinen Lesefluss gestört. Wenn ich auf einer einzigen Seite mehrfach sowas hier lese:

„…. der/die Nachbar_innen haben gedacht….“ oder „…. beobachtete Kund_innen dabei….“

dann bin ich leider raus. Wie gesagt, ich habe nichts gegen gendern, soll jeder machen, wie er will. Ich als Frau verstehe die Notwendigkeit für mich persönlich nicht, ich fühle mich auch als Kunde angesprochen und als Leser und als Patient. Doch diese Entscheidung darf und soll jeder für sich selbst treffen.

In einem Roman allerdings finde ich das einfach unpassend und störend.

Aus diesem Grund habe ich das Buch nach ca. 20 Seiten abgebrochen. Ich kam einfach überhaupt nicht in die Handlung hinein, weil ich durch die Gender-Ausdrücke stolperte.

ABBRUCH

Nachwort:

Ich habe den Autor angeschrieben, um zu verstehen, aus welchem Grund er genau so geschrieben hat. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir geantwortet hat.

Er versicherte mir, dass diese Schreibeweise kein Wunsch des Verlages sondern allein seine Entscheidung gewesen ist. Für Philipp Winkler ist es wichtig, dass endlich auch in der Literatur das Gendern einzieht. Er selbst empfindet es nicht als störend und hat bewusst die Form mit dem Unterstrich gewählt.

Ich verstehe seine Entscheidung und bin mir sicher, dass es LeserInnen 😉 geben wird, die genau DARAUF gewartet haben. Allerdings bin ich dann der Meinung, dass irgendwo auch darauf hingewiesen wird, damit der Kunde VOR dem Kauf weiß, was ihn erwartet und hinterher nicht enttäuscht wird, wenn er sowas gar nicht mag.


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