Märtyrerkunst – Elfenlicht 1

Heute stelle ich euch ein ganz besonderes Fantasy-Buch vor: es ist episch, ausschweifend, volle Leid und Gefühl und… es enthält teilweise elfische Texte! Neugierig? Dann schaut mal rein:

Märtyrerkunst – Elfenlicht 1

von

Judith Laverna

(586 Seiten)

Klappentext:

Die junge Kriegerin Ayleen wächst als einzige Tochter einer Adelsfamilie der Elfen weit im Norden auf. Sie überlässt das Regieren lieber anderen, da sie sowohl von ihrer Impulsivität als auch von ihren besonderen Fähigkeiten zum Handeln getrieben wird.
Während ihr Volk und seine Kultur verfallen und dabei mächtigen Feinden gegenüberstehen, muss die Elfenkriegerin ihre eigene Herkunft ergründen. In dem schicksalshaften Dilemma, Intriganten und auch dem eigenen Vater gegenübertreten zu müssen, entdeckt die sonstige Einzelkämpferin, dass es ein viel höheres Gefühl gibt, das sie bis dahin nicht gekannt hat: Liebe.
Im Glauben, für das Schicksal ihrer Welt verantwortlich zu sein, stürzt sie sich in ein Abenteuer, dessen Ziel die verzweifelte Suche nach einem Sinn dahinter ist. Erst als ein vor Ewigkeiten verbannter Verräter und König wieder auf den Plan tritt, wird klar, dass die Gefahr, in der ihr Volk und sie sich befinden, weitaus größer und gefährlicher ist, als sie alle angenommen haben. In einer Reise durch epische Welten beginnt für Ayleen ein Wettlauf gegen die Zeit in ein Abenteuer, bei dem sie nicht nur für sich selbst kämpfen muss, sondern auch für die, die sie liebt, und ihr gesamtes Volk.

Meine Meinung:

Ein Buch, dass den Leser auf eine düstere, spannende Reise schickt, mit einer Elfenkriegerin, die ein düsteres Geheimnis in sich trägt..

Ayleen lebt allein mit ihrem herrischen Vater. Die Mutter hat sie nie kennengelernt. Und Liebe oder Zuwendung bekommt sie vom Vater nicht. So ist sie zu einer nachdenklichen, starken und selbstbewußten Einzelgängerin herangewachsen. Die anderen Elfen meiden sie, doch Ayleen weiß nicht genau, warum. Ihr Vater gehört zum Hochadel und ist sehr angesehen. Und doch wird sie vom Adel verachtet und von Soldaten gemieden.

Immer wieder gerät sie mit ihrem Vater aneinander und immer wieder unterliegt sie seiner Stärke und Macht. Dabei sehnt sie sich nach nichts mehr als Liebe oder Anerkennung seinerseits. Doch er bleibt hart und kalt. Ihre Stärke zieht die junge Elfe daher aus der Natur und dem Kampf. Im Kampf ist sie selten unterlegen und trotzdem bekommt sie auch dafür nur Verachtung.

Oftmals ist sie so verzweifelt, dass man ihren Schmerz beim lesen fühlt und ihr irgendwie helfen möchte. Denn irgendwann merkt Ayleen, dass sie anders ist, als ihr Elfenstamm. Irgend etwas stimmt mit ihr nicht, sie trägt eine Macht in sich, die sie sich nicht erklären kann. Als diese zum ersten Mal ausbricht, wird ihr mit Furcht und Wut begegnet. Sie möchte diese Macht unterdrücken, spürt sie doch, dass diese ihren Vater und alle anderen Elfen noch mehr gegen sie aufbringt… doch diese Macht hat auch eine magische Anziehungskraft auf die junge Elfe…

Als sie merkt, das ihr Volk immer mehr und mehr verfällt, alte Bräuche und Geschichten verachtet oder sogar verbietet, begehrt sie auf, doch kann sie allein nichts ausrichten. Mutlos und verzweifelt macht sie sich daher auf eine Reise zu ihrer Vergangenheit, zur Vergangenheit der Elfen und vielleicht zu einer neuen Zukunft.. begleitet von einem guten Freund.

Es wird eine nervenaufreibende Reise, voller Entbehrungen und Tiefschläge. Doch Ayleen gibt nicht auf, will das Geheimnis ihrer Herkunft und ihres Volkes ergründen.

Doch immer wieder treibt es die junge Elfe zurück zu ihrem Vater. Oftmals fällt sie dabei Entscheidungen, die für mich nicht nachvollziehbar waren, bringt sie sich und andere damit doch immer wieder in Lebensgefahr. Ohne Aussicht, etwas damit zu bewirken. Doch Ayleen ist jung, naiv und meint immer noch, dass sie mit dem Aufbegehren die Aufmerksamkeit ihres Vaters erhalten kann. Ich hatte die Vermutung, dass diese Abhängigkeit, diese selbstzerstörerische Liebe zum Vater vielleicht ganz andere Gründe hat.

Das Buch ist ein wahrhaft episches Werk, anspruchsvoll und voller tiefgreifender, düsterer Emotionen. Einmal eingetaucht, kann man sich seinem Sog kaum entziehen. Ich war gefesselt von Ayleens Gefühlen, der inneren Zerrissenheit und dem unbändigem Wunsch nach Zuwendung.

Am Ende ist man als Leser voller Verzweiflung, Trauer, Angst, voller Erwartungen und auch Hoffnung.

Die Geschichte ist nicht einfach zu Lesen, sie ist voller lyrisch ausschweifender Sätze, voller herzzerreißender Emotionen und neuer Einblicke in das Leben der Elfen. Wenn man sich aber darauf einlässt, in die Geschichte eintaucht und sich Zeit nimmt, die Worte auf sich wirken zu lassen, wird man Ayleens Story so schnell nicht vergessen.

5 Sterne

 

2 thoughts on “Märtyrerkunst – Elfenlicht 1”

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