Fische

Ein Buch über eine Frau am Wendepunkt ihres Lebens, voller Leid, Liebe, Hoffnung, das ist mein heutiges Buch:

Fische

von

Melissa Broder

(352 Seiten)

Bildquelle und Klappentext:
Ullstein Buchverlage

Klappentext:

Nach einer Überdosis Schlaftabletten erwacht Lucy benebelt und mitten in einem Berg aus Donuts mit Puderzucker, ohne genau zu wissen, wo sie sich befindet. Wo befindet man sich überhaupt im Leben, wenn man mit neununddreißig Jahren schon seit einer Ewigkeit über griechische Dichtung promoviert, partout keine Kinder will, frisch getrennt ist und immer dicker und depressiver wird? Eine Liebe-und-Sex-Therapiegruppe in Venice Beach soll für Lucy Antworten auf diese und andere Fragen liefern, genauso wie ihr neuer Tinder-Account. Doch das unfassbarste High erlebt sie am Strand: Ein wunderschöner Meermann taucht aus dem Ozean auf. Alles zuvor Gewesene wird relativ.

Meine Meinung:

Lucy, eine Frau die eigentlich mitten im Leben steht und doch noch nichts erreicht hat. Ihre Doctorarbeit dümpelt seit Jahren dahin, doch sie findet kein Ende. Mit ihrem Freund ist sie seit Jahren zusammen, doch konnte sie sich bisher nicht zu einer echten, festen Beziehung entschließen. Und was sie aus ihrem Leben machen will, ist ihr nicht klar. Da passiert es. Aus einer Laune heraus bittet sie ihren Freund um eine Auszeit und er willigt ein. Er willigt ein?! So war das nicht geplant. Und von jetzt auf gleich steht Lucy an einem Abgrund. Sie versinkt in Selbstmitleid und Selbstzweifel und rutscht immer tiefer in ein dunkles Loch. Bis sie fast, eher ausversehen, Selbstmord begeht.

Da kommt der Ruf ihrer Schwester wie gerufen. Lucy soll Hund und Haus hüten, während diese auf einer längeren Reise mit ihrem Mann unterwegs ist. Das wunderschöne Haus direkt am Meer soll Lucy von ihren düsteren Gedanken befreien. Und eine Gruppentherapie. Die Therapie, bei der sich Frauen mit Beziehungsproblemen treffen und sich irgendwie selbst belügen, hilft Lucy nicht direkt. Doch der Vergleich mit den anderen Frauen, die Analyse deren Probleme und die Erkenntnis, dass sie alle vielleicht doch nicht so verschieden sind, hilft ihr dann doch ein klein wenig. Und so versucht Lucy erst einmal, sich mit unterschiedlichen Männern und reinen Sexbeziehungen abzulenken. Was natürlich mehr als nach Hinten los geht. Es ist einfach eklig und erniedrigend. Sie ist verzweifelt. Was kann ihr nur helfen? Ist sie denn so wenig wert?

Doch als Lucy einen jungen Mann am Strand kennenlernt, glaubt sie wieder an eine Zukunft. Dass der Junge ein Fischmann ist, stört sie dabei wenig. Und so plant Lucy ein Zusammensein mit einem Mann mit Fischschwanz.

Was wie eine witzige Satire anmutet, ist eher ein sehr deprimierendes, trauriges und philosophisches Werk. Lucy, am Rande einer Depression, hadert mit Selbstzweifeln, Selbsthass und falschen Illusionen. Sie begibt sich auf eine Reise der Selbstfindung, belügt sich dabei allzu oft selbst und stürzt dann wieder in die Trauer.

Das Buch hat mich traurig gemacht, Lucys Geschichte ist so voller Verzweiflung und depressiver Stimmung, dass ich den wenigen witzigen Szenen nicht viel abgewinnen konnte. Und spätestens als der Fischmann ist Spiel kommt und eine eher tragische Rolle spielt… war für mich das Buch einfach zu skuril, zu abstrakt. Denn zu allem Überfluss sind die Sätze dann eher philosophisch-künstlerisch.

Das war leider nicht so meine Lektüre. Bitte nicht lesen, wenn ihr in einer Kriese steckt, es könnte euch noch mehr runter ziehen. Für mich suggerieren Cover und Klappentext einen anderen Inhalt..

Von mir bekommt das Buch daher

3 gut gemeinte Sterne.

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