Böses Kind

Ein düsteres Cover und ein Klappentext zum Fürchten haben mich hier magisch angezogen… konnte das Buch meine Erwartungen erfüllen?

Böses Kind

von

Martin Krist

(324 Seiten)

Bildquelle und Klappentext:
www.martin-krist.de

Klappentext:

JEDE LÜGE HAT IHREN PREIS. DIESE WIRD DICH TÖTEN.

Ein Mord mitten in der Hauptstadt. Das Opfer wurde erschlagen und gekreuzigt. Kriminalkommissar Henry Frei und sein Team ermitteln.

Suse, heillos mit ihren Kindern überfordert, seit ihr Mann sie verlassen hat, ist in Panik: Ihre Tochter Jacqueline ist verschwunden. Die alarmierte Polizei glaubt der Mutter kein Wort.

Wo ist Jacqueline? Wer zieht seine blutige Spur durch Berlin? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Der erste Fall für Kommissar Henry Frei.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einer Mutter, die mit ihren drei Kindern total überfordert ist. Vom Kindsvater verlassen, die Unterhaltszahlung verweigert, muss sie allein über die Runden kommen. Da ist es wenig hilfreich, dass die Tochter im Teenageralter gerade eine rebellische Phase hat und kaum zu Hause ist. Doch heute ist alles anders. Jackie ist verschwunden und taucht auch nicht mehr auf.

Die gerufenen Polizisten aber rümpfen nur die Nase über das Chaos in der Wohnung und die sichtlich überforderte Mutter. Jackie hätte sicher einen Grund gehabt, wegzulaufen. Die Mutter, Suse, ist verzweifelt. Wo ist ihre Tochter?

An anderer Stelle lernt der  Leser Kommissar Frei und seine Kollegin Albers kennen. Frei, ein sehr korrekter Mann mit seltsamen Macken, Albers, eine junge Mutter mit extremem Schlafmangel. Die beiden waren mir auf Anhieb sympatisch!

Gerade konnte Frei einen Mord an einer jungen Frau aufklären. Doch so richtig kann er dem vermeindlichen Mörder nicht glauben. Da wird eine schlimm zugerichtete Leiche gefunden. Hinweise führen zu Jackie, der Vermissten. Doch wo ist sie? Was hat sie an ihrem letzten Tag gemacht?

Jackies Mutter versucht verzweifelt, eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten. Sie sucht nach Hinweisen, doch ist sie mit den Kindern überfordert und auch ihre Mutter ist ihr keine Hilfe, hat sie doch ganz eigene Sorgen.

Frei und Anders dagegen finden immer mehr Anhaltspunkte, die von einem Ritualmord abweichen. Könnte etwas ganz anderes hinter dem Mord und dem Verschwinden des Mädchens stecken?

In vereinzelt eingestreuten, kurzen Kapitel-Schnipseln “sieht” der Leser ein Mädchen, eingesperrt in einem blutigen Raum, verängstigt, misshandelt… ist das Jackie??

Das Besondere an diesem Buch sind die Protagonisten. Sie sind so plastisch beschrieben, mit so autentischen Gefühlen, dass ich als Leser die Emotionen immer direkt und erschreckend gefühlt habe. Die Überforderung der Mutter, die Angst, die Wut, die Machtlosigkeit. Den analytischen Verstand von Frei, die Zweifel, die Konzentration, die ratternden Zahnrädchen. Die Müdigkeit von Albers, den Ehrgeiz, das Verständnis und die Stärke.

Die Story entwickelt sich immer mehr, die Zusammenhänge unklar, der Fall sehr mysteriös. Wer hat hier ein Motiv? Wer profitiert von Jackies Entführung? Warum der Mord? Wer ist schuldig, wer unschuldig? Immer wieder “ärgert” der Autor den Leser mit Widersprüchen, wenn man meint, einen Verdacht zu haben. Ich war bis Zuletzt vollkommen ahnungslos, wo die Story hin geht… und am Ende total überrascht.

Ein spannendes, emotionales Verwirrspiel.

Ich konnte das Buch kaum weglegen. Endlich wieder ein Kommissar, dem ich gern noch in weiteren Büchern folgen möchte!

Ganz klar 5 Sterne!

 

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5 thoughts on “Böses Kind”

  1. Hey,
    würde ich das Buch nicht gerade hören, hätte ich es mir jetzt bestimmt gekauft! Deine Begeisterung ist ansteckend und ich bin schon sehr auf den Schluss gespannt! Habe bereits 70% der Geschichte gehört und noch keinen blassen Schimmer, auf was es hinauslaufen wird. 🙂
    Teil 2 habe ich vorhin auf meinen Reader geladen. Nach einer längeren Krimi / Thriller – Pause, freut es mich sehr, dass es in diesem Genre doch noch spannende Bücher gibt, die nicht 08/15 sind.
    GlG, monerl

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