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Serva I – Götteropfer

Heute bekommt ihr von mir ein Buch vorgestellt, welches vom Genre her im Bereich Historisch, Fantasy und Erotik/BDSM angesiedelt ist…  und dies auf einer sehr gut lesbaren und stimmigen Art:

Serva I – Götteropfer

von

Arik Steen

(ca. 336 Seiten)

Klappentext:

In einer Welt voller Intrigen, Kämpfe und Kriege, einem Streit um den Königsthron und Völkern, denen Sklaverei nicht unbekannt ist, steht die Jahrhundertwende an. Nach einer alten Legende wird ein neuer König kommen und über alle anderen Könige herrschen. Sieben junge Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden als Opfer ausgewählt um die Götter zu besänftigen. Doch der Weg zum Tempel der Götter ist weit. Und die verschiedenen Orden und Gilden haben unterschiedliche Zielsetzungen.

Was hat es vor allem mit der Gilde der Domini auf sich? Die in manchen Königreichen verbotenen Schriften der Serva Fronicka beschreiben sexuelle Praktiken und Ausschweifungen bei geheimen Treffen. Frauen sollen sich Männern unterwerfen um ihnen zu dienen. Doch im Königreich selbst spricht sich die Gilde vehement gegen die Sklaverei aus. Ein scheinbarer Widerspruch. Vor allem: die Gilde spricht bei einer unterworfenen Frau von der Serva Libera – der freien Sklavin.

Eine spannende und unterhaltsame Fantasy Buchreihe mit interessanten Elementen aus dem BDSM, die jedoch vor allem anfänglich nicht im Mittelpunkt stehen sondern sich stetig steigern und die Story immer mehr bereichern. Arik Steen erzählt von der Entwicklung des BDSM in einer von ihm erschaffenen fantastischen Welt. Dabei gelingt es ihm sich völlig vom Mainstream im Bereich des BDSM zu lösen.

Meine Meinung:

Ein Fantasybuch der besonderen Art, keine leichte Lektüre.

In sehr gut geschriebenen Worten reist der Leser durch historische Erlebnisse in die unterschiedlichsten Königreiche.

So folgt man den Menschen im ewigen Eis bei ihrem harten Kampf ums Überleben. Erlebt die wilden Völker im heißen Steppenland und begibt sich mit schwer bewaffneten Soldaten auf einen Krieg gegen unterentwickelte Völker, die gnadenlos abgeschlachtet werden. Man kämpft in einer großen Stadt um Recht und Ordnung, obwohl die Slums die Armen kaum noch aufnehmen können. Und.. man folgt Frauen in den unterschiedlichen Reichen bei ihrem Kampf gegen Unterdrückung, Vergewaltigung und Versklavung.

Die erotisch-dominanten Szenen im Buch sind sehr dezent gestreut und passen immer perfekt in die jeweilige Situation. Ich würde das Buch vorrangig als historisches Werk bezeichnen. Es ist unheimlich vielschichtig, sehr interessant und spannend geschrieben und zieht den Leser mit einem perfekt inszenierten Kopfkino in seinen Bann.

Ich konnte beim Lesen die jeweiligen Völker richtig vor mir sehen, die primitiven Verhältnisse, den Kampf gegen Kälte, Hunger und Tod, die Hitze, den Staub und die Wut spüren.

In jeder Epoche der Menschheit gab es Sklaverei, Vergewaltigungen und Erniedrigung von Frauen. Im Buch gibt es aber auch die andere Seite der „Sklaverei“. Der Wunsch, dominiert zu werden und der Wunsch, zu dominieren, ohne zu Schaden.

Wie gesagt, das Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, eben weil es so unheimlich vielschichtig ist. Der rote Faden, der den Leser durch das Buch geleitet, ist jeweils eine Hauptperson in den jeweiligen Reichen. Sei es, ein Oberbefehlshaber, eine Königin nebst ungeliebter Prinzessin, eine junge Frau, die vor der Sklaverei flüchtet, ein ehemaliger Krieger, der vor Krieg und Tod flüchtet…

Ein außergewöhnliches Buch für anspruchsvolle Leser.

Ich möchte dem ersten Teil von „Serva“

4 Sterne geben.