krimi, selfpublisher, thriller

Orpheus: Roman aus der Hölle

Schon vor einiger Zeit habe ich euch einen außergewöhnlichen Thirller vorgestellt. „Bedrängnis“ beeindruckte mich mit seiner ausgeprägten empatischen Seite. Ich mag ja Bücher, in denen man die Gefühle der Protagonisten wirklich spüren kann, als wären es seine Eigenen. Und genau so geht es mir bei den Büchern dieser Autorin… Hier kommt ihr neuestes Werk und ich bin schwer begeistert:

Orpheus: Roman aus der Hölle

von

Isabel Aigen

(ca. 172 Seiten)

Klappentext:

Von dem Unheil, das von ihrem Vater ausgeht, weiß Gina mehr als ihr lieb ist. Sie hat die Leichen gesehen, die seine Wege pflastern. Und sie sieht die Menschen hereinkommen, denen sein Haus zum Verhängnis wird…
Als eines Tages die Polizei an sie herantritt, ist sie fast schon bereit, ihr verbrecherisches Umfeld zu verpfeifen. Doch nur zu gut weiß sie: Plaudern ist lebensgefährlich!
Und dann ist da noch Oliver, der Neue in der Organisation ihres Vaters. Ein paar Worte von ihr bedeuten 7000 Tage Gefängnis für ihn. 10 Millionen Stunden! Dabei haben sie sich bisher nur eine Stunde lang geliebt?
Gina zögert.
Doch dort, wo sie aufgewachsen ist, ist zaudern tödlich!

Meine Meinung:

Eine beklemmende Mischung aus Mafia-Krimi und trauriger Lebensgeschichte. So beklemmend und traurig, dass sie dich als Leser in ihren Bann zieht, du die Schwere auf Ginas Brust spüren kannst und die Ausweglosigkeit, in der sich die junge Frau befindet….

Gina, die Tochter eines Mannes, der ein dunkles Geheimnis hütet. Doch Gina weiß mehr, als ihr Vater glaubt und mehr, als ihr lieb ist. Wie gern wäre sie noch so unschuldig und unwissend wie als Kind. Doch sie hat etwas gesehen, dass ihre heile Welt zum Einsturz brachte. Seither lebt Gina eher neben sich, bedacht auf jede Regung in ihrem Gesicht, bedacht auf jede Regung, die sie ihrem Vater zeigt. Niemandem kann sie sich anvertrauen, niemandem erzählen, was sie bedrückt… am wenigsten ihrem Vater selbst.

Und als ihr mal wieder alles über den Kopf wächst und sie nicht mehr weiter weiß, tritt ausgerechnet die Polizei auf sie zu und fordert von ihr, als Kronzeugin gegen ihren eigenen Vater auszusagen! Gina ist am Ende ihrer Kraft. Wie soll sie sich gegen diesen mächtigen Mann wenden, ohne dabei selbst zugrunde zu gehen? Niemand kann sie schützen, da ist sie sich sicher.

Und so taucht man als Leser in Ginas Hilflosigkeit, spürt die Ohnmacht, die sie handlungsunfähig macht… Die Verzweiflung, mit der sie versucht, ihre Gefühle in den Griff zu bekommen, damit niemand etwas merkt… denn es könnte sein Todesurteil sein.

So beklemmend und verzweifelt dieser Roman auch ist, er birgt auch Hoffnung, Mut und Stärke. Die Emotionen sind stark ausgeprägt, stark fühlbar und reißen den Leser mit. Man kann sich der Macht der Gefühle nicht entziehen, die dieser Roman inne hat.

Hier geht es nur am Rande um Mafia-Machenschaften, Blut und Mord. Es geht vorrangig um Ginas Gefühle dabei, zu wissen, was ihr Vater treibt….

Ich habe mich mitreißen lassen und konnte mich den Emotionen nicht entziehen. Ein wirklich außergewöhnlich empatisches Werk.

Ich möchte diesem Buch

gefühlvolle 5 Sterne geben.

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