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Tango im Dreivierteltakt

Heute möchte ich Euch mal wieder ein Buch abseits von Mord, Heimtücke und fantastischen Wesen vorstellen.

Es geht um eine außergewöhnliche Reise und die einzig wahre Liebe:

Tango im Dreivierteltakt

von

Helga Jursch

(ca. 198 Seiten)

tango

Klappentext:

Paul Pfeifle hasst nichts mehr als Reisen, aber ausgerechnet seine Frau muss mit einem Argentinier nach Südamerika entfliehen. Er ist wild entschlossen, sie zurückzuholen. Dazu wendet er sich an den Fotografen Rudi, der sich in der Welt auskennt und eigentlich lieber Bilder machen als eine unbekannte Frau jagen möchte. Kann die Suche nach der Frau unter diesen Voraussetzungen überhaupt erfolgreich sein? Zumal gleich zu Anfang einige Missgeschicke das Gelingen des Unternehmens in Frage stellen. Aber Paul gibt nicht auf, obwohl er sich die bange Frage stellt, ob seine Frau überhaupt bereit ist, zu ihm zurückzukehren.
In einer rasanten Erzählung voller irrwitziger Ideen stolpern die zwei Helden von einem Abenteuer ins nächste. Ein Lesegenuss, der die Lachmuskeln strapaziert.

Meine Meinung:

Herr Pfeifle, ein wirklich hinreißend verbohrter, engstirniger Geselle, ist vollkommen ratlos. Warum nur hat ihn seine Frau verlassen? Er liebt sie, er gibt ihr Sicherheit, finanzielle Unabhängigkeit und ein unaufgeregtes Leben. Was fehlt ihr nur?

Rudi, der zufällig von Pfeifles Dilemma erfährt, wird kurzerhand von diesem als Begleitung für die Suche nach Pfeifles Frau angeheuert. Als Fotograf kann sich Rudi natürlich nichts Schöneres vorstellen, als kostenlos nach Argentinien zu reisen und dabei viele, tolle Fotos zu machen.

So reist das sehr ungleiche Paar nach Argentinien, um Pauls Frau zu finden. Bald schon müssen sie quer durchs Land reisen, denn Frau Pfeifle hält sich nicht permanent an einem Ort auf. Für den ängstlichen Pfeifle eine Katastrophe… für Rudi ein Segen! Er genießt die Reise, die vielen Orte und wunderschönen Plätze.

Durch Paul Pfeifles engstirnige, schwäbische Art kommt es zu vielen witzigen Situationen, aber auch zu vielen Katastrophen. Paul scheint von einem Unglück ins nächste zu stolpern.

Rudi versucht, Paul immer wieder zu motiviert, unterstützt ihn und versucht, ihn zu verstehen. Doch das fällt Rudi alles andere als leicht. Denn Paul macht es ihm nicht leicht, ihn zu mögen. Er verwehrt sich der Schönheit des Landes, hasst jeden Fotostop und will all das gar nicht sehen, denn für ihn ist es ja schließlich kein Urlaub! Er will nur seine Frau finden. Und so geraten die beiden Männer immer wieder aneinander, wenn Paul wieder mal einen Fotostop von Rudi mit seiner miesen Laune stört und durch das Land hetzt, als gäbe es kein Morgen.

Zwei Männer, die mit unterschiedlichsten Motiven an diese Reise herangehen und ihre Umgebung mit ganz anderen Augen sehen.

Bis zum Schluß versteht Paul nicht, warum ihn seine Frau verlassen hat. Und gerade DAS macht dieses Buch so autentisch! Ein Mann, der so verbohrt und engstirnig ist, ändert dies nicht von Heute auf Morgen. Die kleinen Schritte in die richtige Richtung, die Paul macht, sind fast nicht spürbar, aber da.

Auch die Reise an sich ist sehr schön erzählt und macht Lust auf Urlaub. Die Route, die Besonderheiten des Landes, die vielen sehenswerten Punkte, all das ist verständlich, anschaulich aber nicht über-detailliert beschrieben. Genau so, dass man ein perfektes Feeling für die jeweilige Situation bekommt.

Ein Buch über Freiraum, über das Ausbrechen aus dem Alltagstrott und die Frage, was im Leben wirklich zählt.

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